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Sri Lanka: Wirtschaft

26.02.2019 - Artikel

Wirtschaftspolitik

Die wichtigsten wirtschaftspolitischen Ziele der Regierung sind: Schaffung neuer Arbeitsplätze, Verbesserung der Einkommensverhältnisse, Schaffung eines attraktiven Standorts für ausländische Investitionen. Die Regierung ist insbesondere auch an einem Ausbau der Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zu westlichen und Nachbarstaaten interessiert. Nachdem der Präsident die im August 2015 gebildete Koalitionsregierung zwischen SLFP und UNP am 26.10.2018 einseitig aufgekündigt hat, verfügt die UNP-Regierung allerdings über keine eigene Mehrheit mehr im Parlament und kann so nur bedingt die Wirtschaftspolitik im Land gestalten.

Der Tourismus verbucht seit Jahren steigende Zahlen. 2017 stagnierte die Zahl wegen der Einstellung der Direktflüge Frankfurt/Colombo bei  130.227 deutschen Touristen in Sri Lanka. 2018 stieg die Zahl jedoch wieder auf 156.888 an; ein Anstieg um 20,5% im Vergleich zum Vorjahr.. Neben der von der Regierung angekündigten Verbesserung der rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen für ausländische Investitionen kann der Standort Sri Lanka mit einer liberalen Wirtschaftsverfassung, Investitionsanreizen, einer hohen Alphabetisierungsrate und einer modernen Infrastruktur punkten. „Economic Diplomacy“ soll zu einem wichtigen Eckpfeiler der sri-lankischen Außenpolitik werden.

Im „Doing Business Index“ der Weltbank erlebte Sri Lanka 2017 einen Abstieg von Rang 109 von 190 auf Rang 111, hat aber 2018 einen leichten Aufschwung erlebt und befindet sich nun auf Rang 100. 80 Prozent des Bruttoinlandsproduktes werden von der privaten Wirtschaft erbracht. Allerdings stellen eine nach wie vor sozialistisch geprägte Arbeitsgesetzgebung, und unklare bürokratische Entscheidungsabläufe für ausländische Investoren ein Hindernis dar. In der ersten Hälfte des Jahres 2018 wurden 1,4 Mrd. USD an ausländischen Investitionen registriert.

Wirtschaftsdaten

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs 2017 real um 4,7 % und  im dritten Quartal 2018 um 3,3 %, insgesamt wird für das Jahr 2018 von Zentralbank Sri Lankas und vom IWF ein Wirtschaftswachstum von max. 4 % vorhergesagt. 2017 betrug das BIP 87,2Mrd. USD, das waren pro Kopf der Bevölkerung 4,065 USD.

Die Arbeitslosigkeit  lag im zweiten Quartal des Jahres 2018 bei 4,6 %. Problematisch ist die hohe Jugendarbeitslosigkeit, die im Jahr 2017  bei 17,4 %  lag( aktuell bei rund 20 %). Die wirtschaftliche Entwicklung Sri Lankas weist große regionale Unterschiede auf. Wirtschaftliches Zentrum ist die Region um Colombo, die fast die Hälfte der gesamten Wirtschaftsleistung erbringt. Der Großraum Colombo soll zur „Western Region Megapolis“ ausgebaut werden. Nach einer Inflationsrate  von 6,6 % für 2017, liegt diese aktuell bei 3,4 %.

Die öffentliche Verschuldung lag Ende 2017 bei 77,6 % des BIP. Der IWF bewilligte Sri Lanka im Juni 2016 einen Kredit i.H.v. 1,5 Mrd. USD (Extended Fund Facility). Seit Längerem mahnt er Maßnahmen zur Erhöhung der Steuereinnahmen an. Wie schon der Staatshaushalt 2017 lässt auch der für 2018 Ansätze zur Verbreiterung der Basis für Steuereinnahmen und eine Verschiebung von indirekten zu direkten Steuern erkennen. Die Devisenreserven liegen aktuell bei rund 8,7 Mrd. USD und hatten  im Juni 2018 einen Wert von 9,9 USD erreicht. womit die vom IWF prognostizierte Zielmarge von 9,4 Mrd. USD für 2018 erreicht wurde.

Umweltpolitik

Bei der sri-lankischen Umweltpolitik spielt die Nutzung erneuerbarer Energien eine zunehmend wichtige Rolle. Durch die traditionell starke Rolle der Wasserkraft im Energiemix steht Sri Lanka positiv zu Erneuerbaren Energien. Mittelfristig strebt das Land einen Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromversorgung von rund 20 % an. Ein entscheidender Anteil daran soll der Windenergie zukommen, verfügt das Land doch über eine Fläche von 5.000 Quadratkilometer, die sich für Windenergie eignet. 4.100 Quadratkilometer davon liegen onshore – hauptsächlich im Norden und der Mitte des Landes. Bis 2025 soll die installierte Leistung der Windenergie auf mindestens 799 Megawatt steigen. Im Mai 2018 wurden jedoch noch immer 55% des Energiebedarfs durch Kohlekraftwerke gedeckt und nur 19% durch Wasserkraftwerke, obwohl Sri Lanka günstige Voraussetzungen für die Nutzung erneuerbarer Energien bietet.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

Dalada-Maligawa-Tempel, Sri Lanka
Dalada-Maligawa-Tempel, Sri Lanka © picture alliance/DUMONT Bildarchiv

Deutsche Botschaft Colombo

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