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Beziehungen zu Deutschland

03.03.2017 - Artikel

Stand: März 2018

Politik

Die diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Sri Lanka bilden seit über 60 Jahren eine solide Basis der Zusammenarbeit. Seit Anfang 2015 haben die politischen Beziehungen an Dynamik hinzugewonnen. Bundesminister Steinmeier besuchte Sri Lanka am 22. September 2015. Am 17. und 18. Februar 2016 war Präsident Sirisena auf Einladung von Bundeskanzlerin Merkel zu einem offiziellen Besuch in Berlin. Im April 2017 besuchte Bundestagspräsident Lammert Sri Lanka und eine Parlamentarier-Delegation aus Sri Lanka unter Leitung des Parlamentssprechers Jayasuriya besuchte im Rahmen des Gästeprogrammes der Bundesrepublik Deutschland im Juni 2017 Berlin und Schwerin.
Deutschland ist in Sri Lanka in vielfältiger Weise (Goethe-Institut, Südasien-Institut, Freundschaftsgesellschaften) aktiv und wird als zuverlässiger Partner geachtet und geschätzt. Die politischen Stiftungen hatten 2013 ihre Programmarbeit vor Ort eingestellt, Anfang 2016 hat die Friedrich-Naumann-Stiftung wieder ein Büro in Colombo eröffnet. Auch die anderen politischen Stiftungen sind in der Projektarbeit wieder im Land aktiv.
Gemeinsam mit seinen EU-Partnern und mit anderen westlichen Staaten verfolgt und unterstützt Deutschland die Einhaltung der Menschenrechte und die Entwicklung des von der Regierung neu belebten Wiederversöhnungsprozesses. Nach einem fast dreißigjährigen Bürgerkrieg gilt das Interesse insbesondere der dauerhaften Aussöhnung zwischen den verschiedenen Volksgruppen.
Deutschland beteiligt sich im kriegszerstörten Norden und Osten des Landes am Wiederaufbau und Versöhnungsprozess. Der deutsche Beitrag wird über internationale Organisationen, die Durchführungsorganisationen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit - GIZ) und Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie über deutsche Nichtregierungsorganisationen erbracht. Zudem stellte Deutschland nach den schlimmen Überschwemmungen und Erdrutschen im Mai 2016 eine Mio. Euro an humanitärer Hilfe zur Verfügung und im Juni 2017 erneut 100.000 Euro.

Wirtschaft

Seit Jahren ist der Wert der sri-lankischen Exporte nach Deutschland etwa doppelt so hoch wie die Importe aus Deutschland. Deutschland ist drittwichtigster Absatzmarkt für Sri Lanka. Außerdem kommt seit vielen Jahren ein großer Teil der ausländischen Touristen in Sri Lanka aus Deutschland (2017 ca 130.000).

Sri Lanka hat folgende Abkommen mit Deutschland geschlossen:

  • Handelsabkommen (1950, 1955, 1958)
  • Investitionsförderungs- und –schutzabkommen (2000)
  • Rahmenabkommen über Technische Zusammenarbeit (1973)
  • Luftverkehrsabkommen (1973, 1995)
  • Doppelbesteuerungsabkommen (1979)

Das bilaterale Handelsvolumen mit Sri Lanka betrug 2017  1,2 Mrd. EUR nach893Mio. EUR im Vorjahr. Dabei haben die deutschen Importe aus Sri Lanka (653 Mio. EUR) um13,37%, die Exporte aus Deutschland nach dort  570 Mio. EUR) um  79,81%zugenommen. Deutschland importiert vor allem Textilien, Kautschuk und Tee aus Sri Lanka und exportiert Maschinen, elektrotechnische und chemische Produkte sowie Kraftfahrzeuge. Die bilaterale Handelsbilanz ist für Deutschland seit Jahren defizitär.

Deutschland ist traditionell einer der wichtigsten Partner Sri Lankas im Tourismus. Deutsche Touristenzahlen verzeichnen deutliche Anstiege: 2010: 46.000, 2011: 56.000, 2012: 72.000, 2013: 85.000, 2014: 103.000, 2015: 116.000, 2016: 133.000, 2017: 130.000

Die seit Jahrzehnten in Sri Lanka investierenden deutschen Unternehmen haben etwa 12.000 einheimische Arbeitsplätze geschaffen. Die deutschen Direktinvestitionen beliefen sich 2015 auf 162 Mio. Euro. Der 1999 gegründete Sri Lanka-Germany Business Council, in dem sich deutsche und sri-lankische Geschäftsleute um eine Intensivierung der bilateralen wirtschaftlichen Beziehungen bemühen, zählt 110 Mitglieder. Im März 2018  wird das Büro eines Delegierten der Deutschen Wirtschaft in Colombo eröffnet.

Entwicklungszusammenarbeit

Deutschland ist seit Ende der 1950er Jahre einer der wichtigsten bilateralen Geber Sri Lankas.

2006, nach dem Wiederaufflammen des Bürgerkriegs, wurde die Entwicklungszusammenarbeit (EZ) auf den Schwerpunkt 'Konflikttransformation und Friedensförderung' umstrukturiert. 
Die EZ in Sri Lanka konzentriert sich heute auf die Bereiche Aussöhnung, Soziale Integration, Bildung, Förderung des Privatsektors und Berufliche Bildung mit einem regionalen Schwerpunkt auf dem Norden und Nordosten des Landes.

Folgende Projekte werden aktuell von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) durchgeführt:

•    Berufliche Bildung
•    Friedenserziehung
•    KMU-Sektorentwicklung
•    Unterstützung des Nationalpark- und Randzonenmanagements Wilpattu
•    Erinnerungskultur
Höhepunkt der bilateralen EZ im Jahr 2016 war die Eröffnung des neuen Berufsbildungszentrums in Kilinochchi im Norden am 18. Juli in Anwesenheit von Präsident Maithripala Sirisena.
Darüber hinaus unterstützt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) den Aufbau einer neuen Geburtsklinik in Galle mit einem zinsbegünstigten Darlehen über 28 Mio. EUR.

Kultur und Bildung

Im regionalen Vergleich schneidet Sri Lankas Schulsystem sehr gut ab. Die Alphabetisierungsrate unter den 15-24jährigen beträgt über 98 Prozent. Allerdings stehen nur für ca. 20 Prozent der Schulabsolventen Studienplätze zur Verfügung.
Deutsch als Drittsprache in Schulen erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Derzeit lernen über 4000 Schüler Deutsch.
Das Goethe Institut Sri Lanka unterstützt fast 50 lokale Schulen sowie 4 Partnerschulen im Rahmen des „PASCH – Partner der Zukunft“-Programmes.

Universitätspartnerschaften gibt es u. a. zwischen den Universitäten Colombo, Kelaniya, Sabaragamuwa und Gießen, Heidelberg, Mainz und Erlangen. Die Zusammenarbeit zwischen dem DAAD und der sri-lankischen „University Grants Commission (UGC ) wird seit der Unterzeichnung eines MoU im Februar 2016 intensiviert.  Seit September 2017 unterhält der DAAD ein Informationsbüro in Colombo.
Am Südasien-Institut der Universität Heidelberg wurde 2016 ein Sri Lanka –Lehrstuhl eingerichtet.Aus Mitteln des BMBF wird seit 2017 ein Forschungsprojekt der Universität Erlangen in Sri Lanka finanziert: es untersucht den Zusammenhang der Chronischen Nierenerkrankung unbekannten Ursprungs (CKDu) mit der Wasserqualität.Das kulturelle Angebot in Sri Lanka fällt im internationalen Vergleich bescheiden aus, entfaltet aber seit Ende des Bürger-kriegs 2009 erhebliche Dynamik. Dennoch ist Kultur angesichts vordringlicherer Probleme keine Priorität der Regierung.
Im Februar 2016 unterzeichneten Sri Lanka und Deutschland eine „Gemeinsame Erklärung zu Kultur und Bildung“, die Wissenschaftsaustausch, Förderung der deutschen Sprache, Sport und Kulturprojekte zum Inhalt hat.

Das Goethe Institut Sri Lanka erreicht mit innovativen Ideen und außergewöhnlichen Projekten neue Zielgruppen. Die Zusammenarbeit der drei europäischen Kulturinstitute vor Ort (GI, Alliance Française und British Council) ist unter dem Schirm der EUNIC (European national Institutes for Culture) formalisiert. Auch die Erziehungs-/Bildungsprojekte der GIZ (Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit) werden in der Bevölkerung sehr positiv wahrgenommen. Im Rahmen des Besucherprogrammes der Bundesrepublik Deutschland werden jedes Jahr sri-lankische Gäste zu Kulturveranstaltungen nach Deutschland eingeladen, u. a. zur Berlinale, zum Berliner Theatertreffen, zur Frankfurter Buchmesse und zur Berlin Art Week.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

Dalada-Maligawa-Tempel, Sri Lanka
Dalada-Maligawa-Tempel, Sri Lanka © picture alliance/DUMONT Bildarchiv

Deutsche Botschaft Colombo


Mehr Informationen zur deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Sri Lanka finden Sie beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

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