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30 Jahre Mauerfall

28.11.2019 - Artikel

Der Mauerfall am 9. November 1989 war nicht nur ein besonderer Tag für die wiedervereinigte heutige Bundesrepublik Deutschland: Tatsächlich kann er als historischer Wendepunkt in der Weltpolitik angesehen werden, als Eckpfeiler auf dem Weg zum Ende des Kalten Krieges.

In Erinnerung an dieses denkwürdige Ereignis luden die französischen und deutschen Botschafter in Sri Lanka, Henry Lavertu und Jörn Rohde, zusammen mit dem Direktor des Bandaranaike-Zentrums für Internationale Studien, Dr. Harinda Vadanage, zu einer Diskussionsrunde ein, um Erinnerungen und Anekdoten auszutauschen an das Ereignis, das vor genau drei Jahrzehnten stattfand.

Der Konferenzsaal im BCIS war schnell mit einer bemerkenswert hohen Anzahl von Studenten gefüllt, die auch eifrig Selfies vor dem Gebäude machten, in dem sich ein Nachbau der Berliner Mauer befand. Offensichtlich hat die Faszination der Veranstaltung auch außerhalb Deutschlands kaum abgenommen.

Vielen Dank an Botschafter Lavertu für die Bilder des Mauerfalls und seiner lebendigen Erzählung mit der er allen Teilnehmern eine kurze Zeitreise gewährte. Lavertu war in der Französischen Botschaft in Berlin tätig zum Zeitpunkt des Mauerfalls.

Botschafter Rohde erzählte nicht nur einige Anekdoten aus den Tagen des Mauerfalls. Vielmehr sprach er über seine Schlussfolgerungen zu diesem historischen Ereignis: Einerseits sind engagierte Menschen, die sich für demokratische Interessen einsetzen, unabdingbar. Andererseits ist manchmal das Glück der richtigen historischer Umstände erforderlich, damit eine friedliche Bewegung ihr Ziel erreicht.

Insbesondere wurde auf die Auswirkungen der deutschen Wiedervereinigung hingewiesen. Botschafter Rohde betonte, dass nach einem solchen Ereignis jedoch auch Geduld und Zeit investiert werden müssen, damit sich Erfolge einstellen können und die Menschen das neue Zusammenleben akzeptieren und verinnerlichen können.

Nach einer interessanten Rede von Dr. Harinda Vadanage, in der er versuchte, den Fall der Mauer und seine Folgen mit den zeitgleichen Ereignissen in Sri Lanka in Beziehung zu setzen und Lehren aus dem deutschen Wiedervereinigungsprozess für die aktuelle Situation in Sri Lanka zu ziehen, wurde eine Diskussionsrunde eröffnet, die erneut das Interesse des Publikums an der Angelegenheit widerspiegelte. So hat ein Student auf den weltweiten Aufstieg politisch rechter Vereinigungen, wie der AfD in Deutschland, hingewiesen, die in den ostdeutschen Bundesländern besonders beliebt ist, und die Frage aufgeworfen, ob der Wiedervereinigungsprozess damit teilweise gescheitert ist.

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