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Denguefieber-Ausbruch in Sri Lanka: Deutsches Expertenteam unterstützt nationale Labore bei der Verbesserung der Diagnostik

Trainees mit zertifikaten

Trainees mit Zertifikaten, © RKI - Andreas Nitsche

22.11.2017 - Artikel

Ein Team der vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) initiierten „Schnell einsetzbaren Expertengruppe Gesundheit“ (SEEG) war Ende Februar 2018 in Colombo im Einsatz. Der Grund: Sri Lanka erlebte 2017 den schwersten Ausbruch von Denguefieber seiner Geschichte. Insgesamt erkrankten rund 186.000 Menschen, mehr als 400 starben. Im Vergleich zum Vorjahr hatten sich diese Zahlen beinahe vervierfacht und auch 2018 sind bereits mehr als 9.000 Infektionen mit mehreren Todesfällen gemeldet worden. Deshalb hatte sich das sri-lankische Ministerium für Gesundheit, Ernährung und Indigene Medizin mit der Bitte um Unterstützung an das Robert Koch-Institut (RKI) gewandt.

Im Rahmen eines SEEG-Einsatzes waren Ende Februar / Anfang März 2018 Fachleute des RKI, der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNITM) vor Ort, um eine moderne, molekularbiologisch basierten Diagnostik am Colombo North Teaching Hospital und an der Universität Colombo aufzubauen. Das Einsatzteam wurde personell unterstützt durch das „Global Health Protection Programme“ (GHPP) des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG), das bereits seit 2016 nationale Strukturen beim Aufbau von Laborkapazitäten in Sri Lanka unterstützt, um vor Ort eine verlässliche Labordiagnostik zu etablieren.

Das Denguefieber ist eine in den Tropen und Subtropen weit verbreitete Viruserkrankung, deren Erreger von vorwiegend tagaktiven Stechmücken übertragen wird. Bei einem schwere Krankheitsverlauf kann zum Tod führen. Eine schützende Impfung existieren bislang nicht.

Die zeitnahe intensivmedizinische Überwachung und Behandlung kann Leben retten. Voraussetzung hierfür ist die rechtzeitige und sichere Erkennung einer Denguevirus-Infektion einschließlich der Serotypisierung. Das SEEG-Einsatzteam schulte daher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Colombo North Teaching Hospital und der Universität Colombo, Denguefieber-Infektionen und die verschiedenen Serotypen mit Hilfe molekularer Methoden zu identifizieren.

Die SEEG wurde 2015 vom BMZ als ein Baustein des deutschen Engagements für eine bessere und schnellere Reaktion auf Epidemien gegründet.

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